Patrik Ringborg, Dirigent

So berichteten die Medien über Wagners "Tristan und Isolde" am Staatstheater Kassel, Februar 2008:

Unter dem neuen Generalmusikdirektor Patrik Ringborg treten die beiden Protagonisten, Adrienne Dugger und Leonid Zakhozhaev, weit deutlicher aus dem sinfonischen Strom hervor. Das mag an den von Ringborg berücksichtigten Retuschen Wagners liegen, mit denen er das Orchester gegenüber den Sängern zurücknahm. Es liegt aber mehr noch an Ringborgs Umgang mit der Partitur selbst.
Jähe dynamische Wechsel und feine farbliche Übergänge, etwa im Vorspiel zum ersten Akt, fächern den Klang auf. Wo Roberto Paternostro einen verdichteten, suggestiven Klangstrom erzeugte, leuchtet Ringborg (bei insgesamt zügigen Tempi) die einzelnen Szenen wesentlich detailschärfer aus... Am überzeugendsten gelang der dritte Akt, dessen wilde Ausbrüche und verinnerlichte Momente ("Mild und leise") Ringborg zwingend ausagierte. ...
Das Großartige an Adrienne Dugger und Leonid Zakhozhaev in den Titelpartien ist, dass sie nicht als Stars anreisen, um ihre stimmliche Brillanz auszustellen, sondern in ihren Rollen absolut aufgehen. Adrienne Dugger wirkte noch freier und souveräner und sang dank der verbesserten Orchesterdynamik noch verständlicher als vor einem Jahr. Intensiver, im Detail stimmiger kann man die Isolde nicht singen und spielen. Auch Zakhozhaev lotete das Verzweiflungsmoment Tristans intensiver denn je aus, obwohl er nicht seinen allerbesten Tag hatte. So wurde noch deutlicher, dass Wagners Drama zwar die Liebessehnsucht beschwört, aber vom sich Verfehlen zweier Menschen handelt. Und damit letztlich von einem grandiosen Missverständnis, das nur der Tod heilt.
Die weiteren Partien passten ins positive Bild. ... Jubelnder Beifall im zu etwa zwei Dritteln gefüllten Opernhaus.

(Hessische/Niedersächsische Allgemeine, 25.02.2008)
(Hersfelder Zeitung, 25.02.2008)

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