So schrieb die Presse über Weills "Der Silbersee" an den Städtische Bühnen Freiburg, November 1997:
Ausgesprochen dankbar ist man allerdings dafür, daß die Musik Weills unangetastet blieb, inklusive der großen Orchesterbesetzung (mit Klavier und Tamtam). Was Patrik Ringborg aus den Freiburger Philharmonikern, den Sängern und dem bestens präparierten Chor herauskitzelt, reißt einen schon in der Ouvertüre mit brillant gepieltem Trompetensolo aus dem Sitz. Und so geht es dann sechszehn Nummern lang. Das ist bester Weill, anknüpfend an die "Dreigroschenoper" und "Mahagonny", aber ihn über Brecht hinaus in eine neue, mehr lyrisch determinierte Dimension fortführend.
(Stuttgarter Zeitung, 05?.11.1997)
Patrik Ringborg wühlte mit kurzen, zackigen Bewegungen, mit Verve und innerer Spannung in dieser Partitur und machte all das transparent. Er setzte das Seziermesser der Zeit mit wagemütiger Dynamik, mit Drive und Spiellust an. Wenn Musik politisch und kunstvoll zugleich sein kann, dann so! Weills Komposition klang in keinem Takt anachronistisch oder gar verstaubt, sondern spiegelte hinter den hämmernden Marschrhythmen und dem in hoffnungsvollem Rot strahlenden Blech (bravo!) jene filigrane Kunst wider, die der Arbeiterbewegung so oft fehlt.
(Kulturjoker, 5.1998)
Wie von der Tarantel gestochen stürzten Patrik Ringborg und das Orchester sich in Weills Musik. Ganz trocken knattert das los, trommelschnarrend, Tempo, Tempo. ... Empfindsame Lyrismen kommen hinzu, und auch für ihre Dezenz hat der Dirigent ein offenes Ohr. Obendrein: Anspielungen immerzu, an Praktiken Mozarts oder Puccinis, Verdis oder Webers.
(Badische Zeitung, 03.11.1997)
Das Philharmonische Orchester unter Leitung von Patrik Ringborg war glänzend aufgelegt. Toll, wie der Dirigent von einer Stilebene zur nächsten rutschte. Fast schlafwandlerisch. Nuancen, Details wurden zu Ereignissen. Ein federnder Orchester-Sound. Durchsichtig, pfiffig musiziert. Pathos? Nein, danke.
(Südkurier, 05.11.1997)
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