So schrieb die Presse über Brittens "The Rape of Lucretia" an den Städtischen Bühnen Freiburg, Mai 1998:
Ein großer Teil des Beifalls, ahnte man, galt in erster Linie der Musik selbst und ihren Interpreten, verhalfen sie dem Abend doch zu etlichen Höhepunkten.
Wie allein Patrik Ringborg als Dirigent das zwölfköpfige Instrumentalensemble aus den Reihen des Philharmonischen Orchesters durch die vielgestaltige und feinfarbige Partitur führte, wie er Brittens charakterisierende Motive und atmosphärische Verdichtungen, jenes trotz seines grundsätzlichen Anachronismus immer wieder betörende Zauberspiel der sanften, singenden Linien und Farben präzise ins klingende Bild setzte und dabei zwischenzeitlich noch als Pianist den eingeschobenen Rezitativen zu Leben und Spannung verhalf: Das war bis hin zur Purcell-verwandten großen Schluß-Chaconne von höchster Qualität.
(Badische Zeitung, 18.05.1998)
Doch verweilen wir noch ein wenig beim Orchester. Der stellvertretende GMD schwingt ganz subtil durch die Partitur - transparent entwickelt Ringborg Brittens Kompositions-Konstanten: die charakterliche Vorstellung der Instrumente, die grenzenlos transzendierenden Motive, die Klangzitate... sind deutlich wie selten erkennbar, bleiben aber im strengen Fluß der Oper beheimatet.
(Kulturjoker, 5.1998)
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